22. Dezember
Als das Windkind zu Weihnachten den Schnee gebracht hat
Es war einmal … kurz vor Weihnachten. Da gab es wieder einmal weit und breit keinen Schnee zu sehen und auch die Wetterfrösche sagten grüne Feiertage voraus. Nicht schon wieder! Sebastian wünschte sich nichts sehnlicher als Schnee zu Weihnachten, doch würde es auch heuer wieder nichts damit werden. Da kam der Junge auf eine gute Idee. Warum sich nicht Schnee vom Christkind wünschen? Wofür gab es denn den Wunschzettel! Sebastian schrieb also auf seinen Wunschzettel „Liebes Christkind! Ich wünsche mir ganz viel Schnee zu Weihnachten! Sonst nichts. Danke!“ und legte den Zettel auf die Fensterbank. In jener Nacht fegte der Sturm übers Land und was viele nicht wissen, Stürme haben auch eine Persönlichkeit. Manchmal braust nur einer daher und ein anderes Mal sind es gleich mehrere, die Fangen spielen oder einfach nur Spaß haben. Es gibt junge Winde und ältere, starke und sanfte und es gibt das Windkind. Dieses luftige Kind ist sehr verspielt und mag Kinder, weil es ja auch selbst eines ist. Als das Windkind am Fenster von Sebastian vorbei pfiff, da las es in Windeseile seinen Wunschzettel. „Wenn es weiter nichts ist!“, dachte das Windkind und fegte davon. Bald hatte es einen eisig kalten Nordwind dazu überredet ein paar Schneewolken zu jagen und diese bis zu Sebastians Haus zu treiben. Es war genau eine Nacht vor Weihnachten, als der Nordwind die Schneewolken schließlich am richtigen Ort zum Schneien brachte. Das Windkind freute sich fürchterlich, dass es Sebastians Wunsch hatte erfüllen können und das Christkind freute sich auch, dass es vom Windkind so tatkräftige Unterstützung bekommen hatte. Am 24. Dezember war die Straße in der Sebastian wohnte mit einem Meter Schnee bedeckt! „Danke liebes Christkind!“, rief der Junge und das Windkind war guter Dinge, weil es ein Menschenkind hatte glücklich machen können. „Bist du denn gar nicht enttäuscht, weil der Junge glaubt, dass das Christkind ihm den Schnee gebracht hat?“, fragt e der Nordwind. „Aber nein Onkel Nordwind, das ist mir einerlei, ich weiß ja, dass ich es war und das reicht vollkommen aus!“. So war das Windkind eben nun mal, fröhlich, hilfsbereit und manchmal ein bisschen stürmisch.
Autorin: Nina Stögmüller, www.diemaerchenfee.at
Geschichte aus dem Buch: „Das kleine Buch der Weihnachtswunder“
Verlag Anton Pustet, 2020


